Jeder, der etwas anderes behauptet, setzt sich einer großen Gefahr aus. Bei aller Kunst, die hinter einer schönen Tätowierung steckt, ist es doch wichtig, dass hier alle Regeln der Gesundheit eingehalten werden. Schlimme Entzündungen und vernarbte Haut können die Folge von unsachgemäßen Arbeiten mit der Nadel sein, wenn jemand zwar das künstlerische Know How, nicht aber den Grundgedanken der Hygiene mit sich bringt.
Den ersten Eindruck, den man von einem Tattoo Studio hat, sollte man auch berücksichtigen, wenn man die Entscheidung trifft, sich hier stechen zu lassen, oder nicht. Auf den ersten Blick schon sollte die Sauberkeit das Bild im Studio bestimmen. Eine Gästelounge mit überquellenden Aschenbechern, eine verrauchte Atmosphäre, zig benutzte Kaffeetassen: Das lässt nichts Gutes verhoffen. Kommt dann noch ein Tätowierer mit fettigen Haaren und schmuddeligen Klamotten aus dem Arbeitszimmer, sollte man auf jeden Fall einen Blick hineinwerfen, wie es da drin aussieht. Noch besteht die Chance, dass wenigstens sauber gearbeitet wird. Gummihandschuhe, saubere Arbeitsgeräte und andere Details lassen dann den ersten Eindruck wieder verfliegen. Setzt sich der unordentliche Eindruck aber auch auf dem „Behandlungsstuhl“ fort, hilft nur die Flucht.
Ein schönes Tattoo, mit Licht und Schatten, sauberen Konturen und hygienisch einwandfrei gestochen, kann eine Freude sein. Hier gibt es wahre Künstler und sozusagen auch menschliche Kunstwerke, die sich auf Messen präsentieren und ihren Körperschmuck mehr als ernst nehmen. Da wird schon einmal die Summe für einen Kleinwagen in farbige Tinte auf der Haut investiert – jeder nach seiner Fasson und jeder, wie es für ihn am schönsten ist. Manchmal skurril, aber meist auch sehenswert. Deswegen muss man diese Körperkunst ja nicht mitmachen, nur weil man sie spektakulär findet.

10 Mai