Kleine Kinder sind oft schon begeistert, wenn Mama oder Papa ihnen ein Strichmännchen zeichnen oder das berühmte Haus vom Nikolaus auf ein Blatt Papier kritzeln. Das regt die kleinen kreativen Köpfe an und natürlich ist nichts dringender, als selbst zu zeigen, was man doch schon für ein Künstler ist.

Kinder sehen Kunst mit anderen Augen, als Erwachsene. Sie nehmen die Welt in Bildern wahr und merken sich das, was ihnen gefällt am allerbesten. Nicht umsonst wird in der Grundschule der Lehrstoff noch mit vielen Bildern und Visualisierungen gelehrt. Die Kinder verbinden den Namen einer Katze mit dem Anfangsbuchstaben ihres Namens. So erlernen sie Buchstabe für Buchstabe und letztendlich das Lesen. Wer so aktiv die Welt um sich beobachtet, nimmt Dinge wahr, für die die Großen schon lange keine Augen mehr haben. Überrascht werden die Eltern sein, die sich einmal die Mühe machen, die Welt um sich mit den Augen ihrer Kinder zu sehen.

Sicher sind die kleinen Hände nicht sofort so geschickt, dass sie alles, was die Kinder im geistigen Auge vor sich sehen, auch zu Papier bringen können. Dafür fehlt es einfach noch an der Übung im Umgang mit Papier, Stiften, Malkasten und anderen Utensilien. Dennoch arbeiten zum Beispiel Psychologen nach schweren Traumata mit der Kunst der Kinder, denn in ihren Bildern zeigen sie, was sie bewegt und berührt, beziehungsweise so sehr belastet, dass der Besuch beim Arzt erforderlich war. Es muss kein kleiner Rembrandt sein, der da vor sich hin malt, ganz in sich versunken, in der Welt, die da im Kunstwerk entsteht. Gefördert muss der Nachwuchs dennoch werden, und zwar ab dem Moment, wo er aufnahmefähig für die Welt um sich herum ist.

date1 Jun
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