Jeder kennt Albrecht Dürer, wenigstens dem Namen nach und sei es nur von einem dummen Schülerreim, den man seit Jahrzehnten immer wieder einmal vernehmen kann. Viele ordnen den Ausnahmekünstler einfach nur in der Kategorie Maler ein, doch Dürer war weit mehr als „nur“ ein Maler. Nicht bloß Pinsel und Farben waren sein Handwerkszeug. Er arbeitete mit den unterschiedlichsten Techniken und hat in vielen Bereichen geforscht und neue Arbeitsweisen entwickelt. Die Kunst als theoretische Wissenschaft, die Weiterentwicklung und das Erneuern des Althergebrachten: Das war es, was sich Albrecht Dürer als Lebensmotto gesetzt hatte. Besonders die Kupferstiche Dürers und seine Kunst in der Kirchenmalerei begeisterten die Massen.
Albrecht Dürers Vater lebte und arbeitete in Nürnberg – als Goldschmied. Dort kam das spätere Genie im Jahr 1471 zur Welt. Wie damals üblich, machte der Sohn gleich nach der Schule eine Lehre im väterlichen Betrieb. Im Alter von 15 Jahren bekam er es das erste Mal mit der Arbeitstechnik Holzschnitt zu tun, was er später als eigene Kunst perfekt beherrschte. Mit 19 Jahren brach er auf eine fünf Jahre dauernde Wanderschaft auf, bevor er – zurück in der Heimat – seine Frau Agnes ehelichte. Beeinflusst von seinen Italienreisen sah Dürer sich nun sehr bald als Künstler und fertigte nach und nach seine großen Werke an. Bekannt sind Selbstporträts, aber auch sakrale Arbeiten, teils als Auftragsarbeit, teils als einfache Ausübung seiner Kunst entstanden. Ob in kleinen Grafiken, in Schriften oder in den großen Bildern: Das klare Auge des Künstlers, aber auch Dürers Bereitschaft, vom Gewohnten abzuweichen: das waren seine großen Stärken. Dürer verstarb im Jahr 1528 im Alter von knapp 47 Jahren in seiner Geburtsstadt, in der heute noch das Dürerhaus zu besichtigen ist.

17 Jun