Wer in seiner Wohnung einen besonderen Hingucker schaffen möchte, sieht in einem Trödelladen einmal nach auf antik getrimmten Augenschalen. Im Original könnte dieser Einkauf etwas teuer werden, weswegen es auch die vielen Nachbildungen zu kaufen gibt. Augenschalen sind spezielle Trinkgefäße aus der antiken griechischen Zeit. Wie der Name eigentlich schon sagt, sind auf diesem Geschirr auf der Außenwand Augenpaare aufgemalt. Funde aus archäologischen Forschungen zeigen, dass es diese besondere Kunst bereits etwa 600 Jahre vor Christi Geburt gab, vor allem in den Regionen um Athen und Chalkis. Die Art der Trinkschale, unabhängig von ihrer Bemalung, nennt sich Kylix. Der Unterschied zu normalen Trinkbechern, die eher hohe Kelchform zeigten, sind Augenschalen flach und breit. Sie haben an den Seiten Griffe.
Von außen betrachtet zeigt jede der beiden zwischen den Henkeln gelegenen Seiten ein Augenpaar. Auch die Brauen sind hier ausgearbeitet. Weiße Augäpfel gibt es erst zu späteren Zeiten; bis dahin waren die Augen nur schwarz. Es gibt weibliche Augen – weich und mandelförmig, aber natürlich auch männliche Formen. Mit einer stilisierten Nase, den Henkeln als „Ohren“ und dem Fuß in Form eines Mundes entstand beim Trinken aus einer Augenschale der Eindruck einer Maske. Der Gott des Weines aus der griechischen Mythologie spielt auf den restlichen Malereien der griechischen Augenschalen eine große Rolle. Szenen, in denen dieser Gott Dyonysos – auch als Bacchus bekannt – der Hauptdarsteller ist, zieren die Innenseite, aber auch die Flächen zwischen den typischen Augen. Eine sehr kunstvoll gestaltete Augenschale findet sich im Vatikanischen Museum wieder. Man unterscheidet, allein wegen der Farbgebung, zwischen rotfigurigen und schwarzfigurigen Augenschalen, wie auch Vasen und anderen Gefäßen aus der damaligen Zeit.

16 Apr