Nicht jeder kann seine Talente immer so ausleben, wie er es gerne hätte. Es gibt viele Menschen, die in der Jugend richtige kleine Künstler sind, dies jedoch im Rahmen ihrer Ausbildung und der Berufszeit vernachlässigen. Musikalisch, im Bezug auf gestalterische oder handwerkliche Fähigkeiten, aber auch im Hinblick auf das Malen, Zeichnen und Handarbeiten gerät dann vieles in Vergessenheit. Man lebt vor sich hin, rackert, um Geld zu verdienen, das Haus abzubezahlen und die Kinder großzuziehen. Hier achtet man natürlich darauf, dass deren Talente gefördert werden – sie sollen es schließlich schöner und besser haben, als man selbst. Die unentdeckten Künstler trauen sich manchmal auch einfach nicht, einfach wieder zu Pinsel und Farbe, zu Leinwand und Staffelei zu greifen, um sich erneut darin zu probieren, ihre Vorstellungen auf Papier zu bringen.

Erst, wenn es die Zeit wieder zulässt, wenn man in der Rente nach neuen Aufgaben sucht, kommt der Tag, an dem man sich an seine alten Fähigkeiten zurück erinnert. Man traut sich nicht, es woanders, als im Verborgenen zu versuchen. Heimlich, so dass niemand es mitbekommt, werden die ersten Werke geschaffen. Immer mehr Freude bekommt man an den Dingen, die so schön ablenken, die Ruhe und Entspannung verheißen. Irgendwann hängen dann die ersten Kunstwerke in der Wohnung und vielleicht traut man sich auch eines Tages, eines seiner Bilder zu verschenken. Das eigene Atelier, von Licht durchflutet und praktisch eingerichtet, ist schnell geschaffen – irgendein Kinderzimmer wird sich schnell umbauen lassen. Auch, wenn man das ganze Leben kaum Zeit hatte, solche Interessen zu verfolgen, lohnt es sich, die Leidenschaft und das Können als Künstler neu zu entdecken und auch auszuleben.

date15 Apr
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