Wie viel Mühe steckt doch dahinter, eine Ausstellung auf die Beine zu stellen. Man braucht eine Räumlichkeit, die groß genug ist, Personal, das den Einlass regelt und aufpasst und natürlich Exponate. Viele lokale Künstler können sich die Kosten für eine solche Ausstellung nicht leisten. Nur mit etwas Glück und einer Galerie, die vor Ort angesiedelt ist, könnte das klappen. Dennoch müssen viele Maler und Bildhauer ihr Geld anderweitig verdienen und auf den Tag X warten, um endlich auch mit der eigenen Kunst erfolgreich zu sein.

Ein Problem, mit dem aufstrebende Künstler zu kämpfen haben, ist das mangelnde Interesse der Einwohner. Statt sich die Ausstellung anzusehen, hockt man lieber auf dem Sofa und lässt sich vom TV in andere Sphären locken. Dabei könnte es sehr interessant sein, sich der Abwechslung im eigenen Leben zuliebe einmal mit Kunst zu befassen. Kunst betrachten heißt auch, sie zu kritisieren. Nur, weil man eine Ausstellung besucht, muss man nicht automatisch Fan des Künstlers sein. Es ist nicht einmal nötig, die ausgestellten Dinge schön zu finden. Manchmal ist man entsetzt, ab und zu amüsiert, aber vielleicht ist man doch begeistert. Man lässt sich von der Leidenschaft, von der Stimmung, die hinter den Bildern steckt, anstecken und ist auf einmal, ganz gegen die eigenen Erwartungen, Teil des Ganzen, Mitwisser der Ideen, ein Stück des Gefühls.

Sehr oft werden in Krankenhäusern, in Schulen und Bankgebäuden wenigstens kleinere Ausstellungen gezeigt. Leider ist es eine Tatsache, dass die Bilder der Kindergartenkinder interessierter angesehen werden, als die oft wirklich tollen Bilder junger Künstler. Auch die Verkaufszahlen halten sich, vor allem in kleinen Städten, sehr oft in Grenzen. Als Künstler hauptberuflich arbeiten zu können, ist ein schwerer Weg.

date14 Apr
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